
Feng Shui
Laut der asiatischen Lehre des Feng Shui kann durch bestimmte Anordnung von Zimmern oder von Möbeln in den Zimmern der universelle Energiefluss „Chi“ so gelenkt und geleitet werden, dass er positive Auswirkungen auf Gesundheit und Psyche hat. Die Auswahl des richtigen Zimmers im Haus kann einem Kind helfen, besser zu lernen oder kreativer zu spielen. Die richtige Stelle im Schlafzimmer, um das Bett aufzustellen, kann verhindern, dass Partnerschaftsprobleme auftauchen.
Ein Brunnen mit fließendem Wasser in einer Ecke des Zimmers kann den Zustrom von Geld bewirken. All dies sagt der Feng-Shui-Berater, wenn er mit Grundriss und Kompass über Grundstücke und Wohnungen läuft, um dem Besitzer durch Tipps zu Gesundheit, Reichtum und Glück zu verhelfen. Wie Tisch, Bett und Sofa im Haus aufgestellt sind, hat demnach direkte Auswirkungen auf den Energiefluss im Haus und auf die Bewohner.
Chi – die universelle Energie aus dem All
Die Basis der Feng-Shui-Lehre findet man schon vor mehreren tausend Jahren in China, wo sich die damaligen Kaiser schon darüber bewusst waren, dass die kosmischen Energien unser Leben positiv beeinflussen können, wenn sie in die richtige Richtung gelenkt werden. Energielinien durchziehen den Kosmos, die ganze Erde und auch den menschlichen Körper. Auch aus der Akupunktur-Lehre ist bekannt, dass diese Energielinien, durch die das „Chi“ fließt, durch Stimulation in die richtigen Bahnen geleitet werden können. Die Lehre des Feng-Shui versucht, den Energiefluss in einem Gebäude, einer Wohnung oder einem Garten zu erkennen und in eine Richting zu lenken, die sich harmonisierend auswirkt.
Wind -und Wasserkraft
„Feng Shui“ bedeutet wörtlich übersetzt „Wind und Wasser“. In der Feng-Shui-Lehre wird besonders Wert darauf gelegt, dass diese beiden Elemente in einem System in der richtigen Balance vorhanden sind. Feng-Shui-Anhänger gehen davon aus, dass der Wind das „Chi“ schützt und das Wasser das „Chi“ beeinflusst. Darauf beruhte im frühen China die Auswahl der Standorte für Paläste, Siedlungsorte, Grabmäler oder Gärten, da die umgebenden Berge und Täler einen Einfluss auf das Verhältnis von Wind und Wasser in diesen Gegenden hatten. Zur Anfangszeit des Feng-Shui war es eine Geheimwissenschaft, zu der nur der Kaiser, dessen Familie und sein Hofstatt Zugang hatten und dieses Wissen auch nutzten, um die Macht und Gesundheit dieser zu sichern. In der Zeit nach Christus wurde dieses Wissen auch an die Landwirte und ans Volk weitergegeben, die sich danach richteten, wo gutes „Chi“ floss. Welche Felder womit angebaut wurden, wo Termine oder Routen von Handelsreisenden abgehalten wurden oder entlangliefen, selbst Treffen mit bestimmtem Hintergrund wurden seitdem nur nach der Feng-Shui-Lehre bestimmt. Über 2000 Jahre lang gehörte Feng-Shui ganz alltäglich zum Leben dazu, und wer diese Lehre als Berater weitertrug, war hoch angesehen.
Das Verbot von Feng-Shui
Als der Staatspräsident Mao Tse-Tung an die Macht kam, war eine seiner ersten Amtshandlungen, ein generelles Verbot gegen Feng-Shui und dessen Ausübung auszusprechen. Die Feng-Shui-Anhänger gingen davon aus, dass Mao Tse-Tung die Lehre und seine Wirkweise für seine alleinigen Zwecke nutzen wollte. Fast alle Berater und Meister des Feng-Shui wanderten daraufhin nach Hongkong oder Taiwan aus, wodurch Hongkong wohl das neue Zentrum für Feng-Shui wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurden keine Straßen, Häuser oder auch große Gebäude für Versicherungen und Banken mehr gebaut, bevor nicht ein Feng-Shui-Berater den richtigen Standort bestimmt hatte. Auch die Anordnung der Schreibtische innerhalb der Büros und Geschäftsräume richtete sich nach der Feng-Shui-Lehre, um die Chi-Energie richtig auszurichten. Es gibt mitten in der Metropole Hongkongs ein großes Hochhaus, in dessen Mitte eine rechteckige Aussparung gelassen wurde, so dass die Drachenenergie vom Berg Zugang in die Stadt hat.
Glück und Gesundheit können durch Feng-Shui-Regeln beeinflusst werden
Wer sich einen Feng-Shui-Berater ins Haus bestellt, kann sich von ihm beraten lassen, wie er sein Zuhause gestalten kann, um Glück und Gesundheit zu erlangen. Für seine Auswertung benötigt der Feng-Shui-Berater das Geburtsjahr des Auftraggebers, dem dann eines der fünf Grundelemente (Feuer, Metall, Erde, Holz und Wasser) zugeordnet werden, den Grundriss der Wohnung oder des Hauses, sowie die topografische Umgebung, um den Einfluss von Bergen, Tälern, Straßen und Flüssen mit einzuberechnen. Durch die Einteilung des Grundrisses in neun Quadrate, die eine jeweilige Entsprechung haben, wird die Einrichtung geregelt. Um gesund zu bleiben, ist es wichtig, sich vor allem beim Schlafen auf einem harmonisierenden Platz zu befinden, der sich positiv auf den Energieflusses „Chi“ auswirkt und die Energiebahnen des Körpers stimuliert. Elemente, die fehlen, können durch Gegenstände aus dem jeweiligen Material hinzugefügt werden, um diese Energie positiv zu beeinflussen. Ob man ein Anhänger der mystischen Lehre wird, zeigt sich wohl erst nach einem praktischen Versuch, um zu testen, wie wirkungsvoll die Lenkung des Chi sich auf den Gesundheitszustand auswirkt.